Elise Beutner


MASWIA


May all see what is auspicious

Sarve badraani Pashyantu

February 2018, Chennai, India
24 days, 316 photographs.
Neglecting the date, I sort them by the daytime they were taken. I deliberately choose one pixel from each picture. The explicit colour value of the pixel replaces the photograph. The blending of colours represents 24 hours, converted into 24 minutes.
All days become one day. No dust, no palm trees, no monkey.


Februar 2018, Chennai, Indien:
24 Tage, 316 Fotos.
Unabhängig vom Datum ordne ich sie nach der Tageszeit, zu der sie aufgenommen wurden. Aus jedem Foto wähle ich frei einen Pixel aus. Der eindeutige Farbwert dieses Pixels tritt an Stelle des Fotos. Der Farbverlauf repräsentiert 24 Stunden, umgerechnet auf 24 Minuten. Aus allen Tagen wird ein Tag. Ohne Staub, ohne Palmen, ohne Affen.

Full-HD Video 24:00min, 2018, Ausstellungsansicht





Same Frame


Serie von insgesamt 9 Arbeiten, 2017, Tusche auf Papier, 30x30cm









The Purpose Poetry

2-Kanal-Videoinstallation, 3 Videos in Full-HD, Loop 17:15min

Drei Projektionsflächen zeigen augenscheinlich eine ähnliche Szenerie. Schafe und Hunde auf grüner Wiese. Die im ersten Moment romantische Landschaft entblößt einen scharfen Kontrast. Zwei Videos folgen den aufgeheizten, schnellen Bewegungen treibender Hütehunde. Die Kamera folgt den Hunden, aber ihr Bewegungsfluss wird gebrochen. Unrhythmisch frieren sie zu Standbildern ein. Das dritte Video zeigt, ohne Schnitt und in fast meditativer Ereignislosigkeit, zwei im hohen Gras liegende Schafe, die friedlich schlafen und wiederkäuen.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Verhalten von Hütehunden. Wie viele andere Kulturtechniken basiert es auf der Fragmentierung natürlicher Prozesse. Die Domestizierung des Hundes manipuliert das ursprüngliche Jagdverhalten, sodass das schlussendliche Töten der Beute dem Menschen überlassen wird. Er reguliert sowohl das Fluchtverhalten der Beute als auch das Jagdverhalten der Jäger zu seinem Vorteil.
Domestizierte Tiere spiegeln als Brücke zwischen Natur und Kultur zivilisatorische Prozesse. Während die Nutzung tierischer Instinkte zu einem anderen Zeitpunkt eine Überlebensstrategie war, werden Hunde zunehmend dem urbanen Leben angepasst – anstelle von spezialisierten Fähigkeiten tritt die Anspruchslosigkeit eines nicht haarenden, nicht bellenden, nicht jagenden und ausgeglichenen Gefährten. Border Collies wurden über fünfhundert Jahre zu Spezialisten gezüchtet, die unter allen Hunderassen einzigartig sind. Als Präzisionsinstrumente der Schäfer in unwirtlichem Gelände verlieren sie mit dem Kollaps der europäischen Schafindustrie allmählich ihre Daseinsberechtigung. Was bleibt ist die ästhetische Qualität ihrer Arbeitsweise, in der die Hunde ihre größtmögliche Anmut und Ausstrahlung finden. Die Faszination daran erzeugt auf ästhetischer Ebene eine neue Sinnhaftigkeit, die an Stelle ökonomischer Notwendigkeit tritt.
Die Möglichkeit der höheren Erkenntnis im Überflüssigen ist eine allgegenwärtige Frage. Nicht nur Arbeitshunde sind für die Wirtschaft überflüssig. Dennoch erzeugt die selbstvergessene Unbedingtheit, mit der diese Hunde ihre Arbeit erfüllen müssen, um sie selbst zu sein, Bewunderung, vielleicht sogar Sehnsucht. Ob der Sinn für Schönheit, Ästhetik und Meisterschaft die Leerstelle einer Notwendigkeit füllt, ist eine Frage, die sich Künstler jeden Tag
stellen müssen.

Ausstellungsansicht Hochschule für Bildende Künste Dresden, Oktogon, 2017






Werkserie The Purpose Poetry, Plakatentwürfe, 2017





Werkserie The Purpose Poetry, Border Collie, Aquarell auf Papier, 24x32cm, 1 von insgesamt 5 Arbeiten, 2017






Capital

2-Kanal-Videoinstallation, 3 Videos in Full-HD, Loop 15:00min, Stereo-Sound, 2017

Eine Doppelprojektion zeigt ein S-Bahngleis in der Peripherie Berlins in beide Richtungen.
Die Kamera ist unbeweglich. Synchron laufen auf einem Monitor aus der Hand gefilmte Aufnahmen eines hochfrequentierten Bahnhofs in der Innenstadt.
In der Soundspur vermischen sich die Betriebsgeräusche, Ansagen und Stimmen von den Bahnsteigen und aus dem Inneren der Züge.


Ausstellungsansicht Alte Feuerwache Loschwitz, 2017




Capital, video stills, 2017






Spotlight Circles

Videoinstallation, Full-HD, Loop 4:11min, 2016

Ein Pferd läuft an der Bande eines kreisförmigen Paddocks entlang. Die Kamera folgt.
Die Aufnahme ist halbtransparent in die Apsis eines ehemaligen Kirchenraumes projiziert.


Ausstellungsansicht Künstlerhaus Bethanien, Berlin, Foto: Baldauf&Baldauf


Spotlight Circles, video still, 2015





Milchritual

2-Kanal-Videoinstallation, 2 Videos in HD, Loop 2:52min

Ich wasche mir die Haare mit Milch, auf dem Boden vermischt sie sich mit zerriebener Kohle.
Zwei separate Videos zeigen dieselbe Situation, eines auf einer großflächigen Projektion,
das andere auf einem Röhrenmonitor

In rhythm and ritual we exit time and limitation. I bath in milk, I wash the charcoal markings of mankind off my hair with no perspective of purity. The attempt itself, canonized by myself, is linked by thread of mind to the unscrupulous power that moves the sea and lets saltwater run white lines on ancient stone.

Ausstellungsansicht geh8 Kunstraum, 2015